Was geht eigentlich vor in so einem Schwarzen Loch? Und warum fängt es auf einmal an, Sterne und alles, was leuchtet, einfach zu verschlingen? Wie kann verhindert werden, dass die gesamte Galaxie ins Verderben stürzt? Und nicht zuletzt: Trägt ein Schwarzes Loch Lippenstift?

 

Wer diesen Fragen auf den Grund gehen wollte, war beim Musical „Space Superstars“ letzten Freitag am MGM genau richtig. Die Bewohner und Gäste des Rasthauses „Milchstraße“ stellen sich dem gefräßigen Schwarzen Loch mutig und entschlossen entgegen. Alle arbeiten zusammen: Menschen, Sterne, Planeten und sogar Aliens. Zusammenhalt, Freundschaft, gegenseitiges Verzeihen und Hoffnung sind die Kräfte, die sie zu einer galaktischen Konstellation zusammenschweißen. Gemeinsam gelingt es ihnen schließlich, das Unheil abzuwenden und so ihr Universum zu retten. Und sie entwickeln sogar ein kleines bisschen Verständnis für das fiese Schwarze Loch….

 

Während es im Universum des Stücks immer dunkler wird, erleben die Zuschauer bis zur finalen Rettung einen Reigen von musikalischen und theatralen Highlights: Ein Feuerwerk aus mitreißenden Gesangseinlagen zahlreicher Solist*innen aus den Klassen 5-11, schwungvollen musikalischen Auftritten des Unterstufen-Chors (Klasse 5 und 6), filmischen Einsprengseln und einer Vielzahl einfallsreicher Regie-Ideen bescherte dem Publikum in der vollständig gefüllten Aula des MGM einen unvergesslichen Abend. Unter den Solisten glänzten insbesondere Boróka Bartus (als Weltraum-Schönheit), Coco Ceci und Eline Senger als Wirtinnen der „Milchstraße“ und Leon Maaßen, der als tiefenentspannter Mechaniker einige witzige Pointen setzte. Aber auch die Aliens (Franziska Walter/Jakob Schart), die Sterne (Miriam Schote/Timna Repple/Julia Huß) und Francesca Zadic (als Sibylle) setzen Glanzpunkte der Aufführung.

 

Ziemlich galaktisch war auch das Projekt als solches: Im Zusammenspiel von Kunst, Musik und Theater unter der musikalischen und inszenatorischen Leitung von David Brooke und Juliane Zimmerer wirkten Schülerinnen und Schüler quer durch die Jahrgangsstufen mit und brachten ihr schauspielerisches sowie gesangliches Talent auf die Bühne. Aber auch hinter und um die Bühne herum entwickelten die Beteiligten viel Kreativität: Schüler aus der 7. Klassenstufe steuerten einen Animationsfilm bei, fantasievolle selbst geschneiderte Kostüme sowie ein hinreißendes Bühnenbild (und ja, das Schwarze Loch trägt Lippenstift, und zwar in leuchtendem Hellrot) entstanden in der Bühnenbild-AG und unter den geschickten Händen der NWT-Klasse 9c. Die originellen Requisiten – eine Uhr, die gleich mehrere Zeiten anzeigte, eine mysteriöse Lampe, die zum Leidwesen aller immer wieder dasselbe Lied zu Gehör brachte, ein Mond, der sich in stetem Wandel befindet – zeugten von Mut und Experimentierfreude der jungen Kreativen.

Zusammen mit der perfekt abgestimmten Licht- und Tonchoreographie von der Eventtechnik-ergab sich so ein rundum gelungenes Gesamtkunstwerk. Am MGM stellt die erstmalige Inszenierung eines Musicals mit so vielen Beteiligten eine Art Urknall dar, der ebenso wie die im Stück gezeigte Rettung ohne den Teamgeist, das Engagement und den Einfallsreichtum aller Beteiligter nicht hätte stattfinden können. Das Publikum sparte zu Recht nicht mit Beifall.

Wie immer konnten sich die Verantwortlichen auf die Unterstützung des Fördervereins des Markgräfler Gymnasiums verlassen. Aber dieses fächer-, jahrgangs- und genreübergreifende Projekt überzeugte auch die Verantwortlichen des Landesprogramms „Kulturschule Baden-Württemberg“, das das Ziel verfolgt, kulturelle Bildung und kreatives Lernen nachhaltig im Schulalltag zu verankern. „Space Superstars“ wurde in das Förderprogramm aufgenommen. Neben finanzieller Förderung konnten so auch weitere Kontakte zur Unterstützung genutzt werden (beispielsweise zu einer Gewandmeisterin aus Basel) werden.

Bleibt zu hoffen, dass das nächste derartige Projekt nicht noch Lichtjahre entfernt ist, sondern vielleicht schon am nächsten Schuljahr erneut am MGM gezündet werden kann.

 

Text: Dorothea Schmidt

Bilder: K. Lefèvre, M. Weisenseel

 

 

 

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