Am 20. November und 2. Dezember 2025 bot sich dem Chemie-Neigungskurs der 12. Klasse die Gelegenheit, abseits des Unterrichtsgeschehens einen Einblick in die Forschung an Redox-Flow(RF)-Batterien und Superkondensatoren im Energielabor der Pädagogischen Hochschule Freiburg und in den Alltag des in Neuenburg ansässigen Pharmazieunternehmens Losan Pharma zu bekommen.

Der Besuch in Freiburg begann mit einer kurzen Einführung in das Konzept der RF-Batterien, bei welcher den Schülerinnen und Schülern die Funktionsweise dieser erklärt wurde. Den größten Anteil des Besuches machte jedoch der nachfolgende Praxisteil aus. Bei diesem durften Schülerinnen und Schüler selbst die vorab besprochenen Versuche durchführen und wurden dabei durch Studierende der PH und Professor Oetken betreut.  Besonders hervorstechen konnte hier vor allem eine Batteriekonstruktion auf Basis eines Zinkblechs innerhalb einer Cer-Ionenlösung. Hier wird Energie nicht wie bei klassischen Batterien in Elektroden sondern in redoxaktiven Elektrolyten gespeichert. Das bietet den großen Vorteil, dass Energie und Leistung unabhängig voneinander skalierbar sind. Zusätzlich zur hohen Leistung zeigte das Redox-Flow System eine Reaktion mit Luftsauerstoff, welche zu einer sehr langen Betriebszeit der Batterie führte. Eine Entdeckung, welche in der Zukunft der Energiegewinnung vielleicht einmal nützlich sein wird.

Etwa zwei Wochen später stand der Besuch bei Losan an, bei welchem die Schülerinnen und Schüler Führungen durch verschiedene Bereiche der Firma bekamen. Sehr herzlich wurde die Schülergruppe von Frau Dr. Anderlei und Frau Corral empfangen und erhielten eine kurze Einführung in die Firmengeschichte und Entwicklung. Anschließend folgte die eigentliche Betriebsbesichtigung mit Führungen durch das F&E-Labor, Produktion und Galenik. In der F&E wird Formulierungsentwicklung betrieben, analytische Messungen durchgeführt und die Wirkung oder die Wirkungsdauer der Produkte unter verschiedenen Bedingungen getestet und dokumentiert, sowie auf bestimmte Voraussetzungen angepasst. Die nächste Station war die Produktionsstätte. Um diese zu sehen, mussten sich alle in der Besucherschleuse Schutzkleidung anziehen. Hier werden Granulate in großen Mengen zu entsprechenden Produkten verarbeitet anschließend verpackt und im Lager verstaut, bis sie an Apotheken weitergeliefert werden. All dies geschieht unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, da einzelne Stoffe giftig bis krebserregend sind und eine längere Exposition so zu schwerwiegenden Konsequenzen führen kann. Außerdem entsprechen die hergestellten Produkte höchsten Qualitätsansprüchen. Ob Zäpfchen, flüssige oder halbfeste Arzneimittel – auch wenn auf den Medikamenten nicht Losan drauf steht ist Losan drin – denn bei der Firma handelt es sich um einen Auftragshersteller. Es war eindrucksvoll dies selbst zu erleben. Nach einem Snack bildete die Galenik den Abschluss für alle.

Danke für diesen spannenden Einblick!

 

Text und Fotos: S. Schwientek, C. Hofferberth

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