Ein Stück Italien, Schule und Familienalltag: Zwei Schülerinnen des MGM (Stufe 11) berichten von ihrem Austausch mit einer Schule in Bozen. Was haben sie dort erlebt, welche Herausforderungen haben sie gemeistert – und was nehmen sie aus dieser besonderen Zeit mit nach Hause? Ihr persönlicher Erfahrungsbericht gibt einen lebendigen Eindruck, was manbei einem Schüleraustausch erleben kann.

 

Der Beginn unserer Zeit in Italien stellt gleichzeitig auch das Ende unseres Erasmusprojektes dar. Es begann mit dem Besuch der Italiener im Mai 2026.

Während unserer Zeit in Italien erfuhren wir viele Dinge, lernten eine ganz neue Lebensweise ( z. B. das italienische Dolce Vita - eine genussorientierte, entspannte Lebenseinstellung, das wörtlich übersetzt „das süße Leben” bedeutet) und machten vor allem sehr viele neue Bekanntschaften.

Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen die verschiedenen Aspekte unserer Zeit in Italien näher bringen und sie ermuntern, ihr Kind unbedingt auf einen Erasmus-Austausch zu schicken.

 

Schule

 

Bevor ich Ihnen unsere Austauschschule, das Galileo Galilei Institut, vorstelle, möchte ich zuallererst auf das italienische Schulsystem eingehen.

Dies beginnt wie bei uns natürlich in der Grundschule, wobei sie hier in Italien fünf Jahre lang dauert. Die Kinder werden mit 5/6 Jahren eingeschult und verlassen dann mit ca. 11 Jahren die Schule. Gefolgt von der Grundschule kommt die Mittelschule. Diese dauert drei Jahre an. Wenn die Schüler sie abgeschlossen haben, erhalten sie ein Diplom, mit diesem sei es jedoch schwer, Arbeit zu finden, denn es ist die niedrigste Qualifikation, die man in Italien erreichen kann.

Außerdem herrscht in Italien die Schulpflicht für alle Kinder bis zu 16. Lebensjahr, weshalb sie nach der Mittelschule weiterhin zur Schule gehen müssen, nämlich auf die Oberschule.

Hier von gibt es in Italien viele Möglichkeiten.

 

Nun da das abgeklärt ist, werde ich Ihnen jetzt über unsere Austauschschule erzählen.

Das Galileo Galilei Institut ist eine Oberschule, speziell auf Naturwissenschaften und Technik ausgelegt. Auf ca. 16.000 qm beherbergt die Schule ein Gym, mehrere gut ausgestattete Computer- und Chemieräume, mehrere Labore für verschieden Bereiche (z.B. Zahntechnik), sowie eine Bibliothek, riesige Maschinenhallen, eine Aula und so viel mehr.

Da die Schüler hier den Schwerpunkt auf Naturwissenschaftliche und Technische Fächer gelegt haben, ist der Lehrplan auch auf der Basis davon aufgelegt. Jedoch haben die Schüler auch normale Fächer, wie Philosophie, Literatur, Mathematik und Deutsch.

~ Osawume Ojo

 

Aktivitäten

 

Vom Europark bis zu den Erdpyramiden und Burgen. In diesem Austausch hat es nie an Aktivitäten gefehlt. Dabei sind diese teils von der Schule, den Lehrern als auch den Schülern geplant.

So haben wir uns eigenständig in Deutschland zum gemeinsamen Burgeressen bei zwei unserer Mitschüler, zu einem Feierabend-Lauf in Buggingen und zu einem Besuch im Freiburger Mundenhof getroffen. Und auch einen Besuch im Europapark war dabei. Möglich war dies allerdings nur durch die viele Freizeit, die wir damals bekommen haben.

In Italien war dies ein wenig anders. Die Tage waren voller und dichter geplant und die Schulwege und Distanz zwischen den Schüler war größer. Das führte dazu, das wir kaum Dinge ohne die Lehrer und als große gemeinsame Gruppe unternehmen konnten.

Trotzdem haben ein paar von uns es geschafft, sich am ersten Abend zusammen in einen Biergarten zu treffen und sind von da aus zu einem See gegangen. Auch an einem anderen Tag schafften es der Großteil von uns, gemeinsam zu einem Jahrmarkt namens Lunapark zu gehen.

 

Die mit der Schule geplanten Ausflüge dagegen waren deshalb auf Seiten der Italiener auch zahlreicher. Meran, Bozen und Verona, an städtischen Ausflügen hat es hier nicht gefehlt. Es wurde auch viel gewandert und wir haben von einer Burg bis zu anderen historischen Gebäuden, sowie Naturwunder, wie z. B. den Erdpyramiden, vieles besucht.

Besonders spannend war dabei auch das Ötzi-Museum, welches einer der Hauptattraktionen des Aufenthalts war.

Dank der einzigartigen Kultur und Landschaft Südtirols haben sich die Ausflüge hauptsächlich darum gedreht. Bei uns gab es diese eher weniger, so ist Freiburg zwar eine sehr schöne und alte Stadt, hat allerdings keine vergleichbare Geschichte wie zum Beispiel Verona. Dagegen hatten unsere Austauschschüler die Möglichkeit, das EU-Parlament in Straßburg sowie die Stadt selber kennenzulernen.

 

Insgesamt findet es sich immer viele verschiedene Aktivitäten für einen Austausch, dabei darf man allerdings nicht immer dasselbe erwarten, weil sich der Plan durch die Distanz zwischen den Schülern, die verschiedenen Eigenschaften einer Region und der Kultur ändern und variieren kann.

~ Gia An Thai

 

Stimmen von italienischen Austauschschülerinnen:

 

Gastfamilien

 

Meine Gastfamilie war während meines Erasmus in Deutschland wirklich freundlich und hilfsbereit. Von der ersten Minute haben sie mich mit offenen Armen empfangen. Ich habe mich sofort wie zu Hause gefühlt. Sie waren immer da, wenn ich etwas brauchte.

Besonders schön war es, dass sie mich sogar nach Frankreich mitgenommen haben. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und jede Menge Spaß gehabt.

Meine Gastfamilie hat mir das Gefühl gegeben, wirklich zu Hause zu sein. Sie haben meine Lieblingsgerichte gekocht, was mir ein Stück Heimat gebracht hat. Außerdem haben wir viel miteinander geredet, was mir sehr geholfen hat, mein Deutsch zu verbessern. So haben wir uns immer besser kennengelernt.

Auch heute noch halten wir Kontakt. Ich bin wirklich dankbar für diese Erfahrung und werde meine Gastfamilie immer in bester Erinnerung behalten.

~ Etiola Jova

 

Fazit

 

Ich möchte abschließend sagen, dass es eine wunderbare Erfahrung war. Ich hatte unglaublich viel Spaß, auch wenn ich manchmal todmüde war, aber es hat sich absolut gelohnt. Ich habe jeden Moment währenddessen genossen. Es war eine Erfahrung, die mich sowohl persönlich als  auch kulturell bereichert hat. Für manche mag ein solcher Schritt aufgrund der Entfernung und der fremden Umgebung beängstigend wirken. Auch ich hatte anfangs Heimweh und vermisste vor allem meinen gewohnten Komfort, doch schließlich habe ich mich eingelebt und konnte diese fantastische Erfahrung in vollen Zügen genießen.

Ich kann einen solchen Austausch jedem nur empfehlen - mindestens einmal im Leben!

~ Sara De Cristan

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