
Kochen, experimentieren, Zusammenhänge erforschen und Hand in Hand arbeiten– bei uns entsteht mit der neuen Schulküche ein ganz besonderer Lernort.
Was zunächst wie eine klassische Küche klingt, ist bei genauerem Hinsehen sehr viel mehr: Unsere Schulküche verbindet MINT, Nachhaltigkeit, Ökologie, gesunde Ernährung und soziales Lernen und eröffnet damit völlig neue Möglichkeiten für den Unterricht. Ein solcher Lernort ist in für unser Gymnasium ein echtes Geschenk.
Die Voraussetzungen dafür waren ein besonderer Glücksfall: Wir bekamen ein bereits bestehendes Gebäude als Lernraum zur Verfügung gestellt, mit einer bereits vorhandenen Küche. In den vergangenen Monaten wurde das Gebäude von unserem Träger, unseren Hausmeistern und unserer Abteilungsleiterin Frau Lefèvre neu ausgestattet und für die schulische Nutzung vorbereitet. Dabei ging es nicht nur um Töpfe, Pfannen und Küchengeräte. Gemeinsam wurde überlegt, wie eine Schulküche am Gymnasium sinnvoll in den Unterricht integriert und wie aus dem Raum ein moderner Lernort für Schülerinnen und Schüler werden kann.
Besonders spannend wird es, wenn die Schulküche mit unseren MINT-Fächern verbunden wird. Ein Beispiel dafür sind NWT-Projekte z.B. zur Kartoffel oder Streuobst oder zu unserem bereits vorhandenen Schulgarten, der nun um eine Kräuterspirale am neuen Gebäude erweitert wurde.
So kann aus einem Lebensmittel ein komplettes MINT-Projekt werden: Biologie trifft Technik, Chemie trifft Nachhaltigkeit und Theorie trifft praktische Anwendung. Die Schülerinnen und Schüler erleben dabei eine Wertschöpfungskette unmittelbar – vom Anbau über die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gesundheits- und Ernährungsbildung. Ernährung spielt im Leben junger Menschen eine wichtige Rolle und wird gleichzeitig zunehmend von Trends und von Leistungs- oder Körperidealen durch soziale Medien beeinflusst. Umso wichtiger ist es, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Informationen kritisch zu hinterfragen und selbstständig gute Entscheidungen zu treffen. Gemeinsam kochen, Lebensmittel kennenlernen, über Ernährung sprechen und selbst etwas herstellen – all das kann dazu beitragen, ein gesundes und reflektiertes Verhältnis zu Ernährung zu entwickeln.
Dank der neuen Küche können Themen wie Nachhaltigkeit nun lebensnah und praktisch angegangen werden. Schülerinnen und Schüler können Lebensmittel selbst anbauen oder regional einkaufen und verarbeiten, Rezepte entwickeln, Experimente durchführen, Produkte vergleichen und eigene Lösungen entwickeln. Auf diese Weise wird der Bildungsplanschwerpunkt Bildung für nachhaltige Entwicklung selbst nachhaltig umgesetzt.
Die Schulküche soll Schülerinnen und Schüler auch dazu anregen, alltägliche Fragen neu zu betrachten: Woher kommen unsere Lebensmittel? Wie werden sie hergestellt? Welche Ressourcen werden dafür benötigt? Wie gehe ich verantwortlich mit Ressourcen um? Was bedeutet regionale und saisonale Ernährung? Welche Auswirkungen haben unsere Konsumentscheidungen?
Geplant sind deshalb auch Präventions- und Aktionstage für ganze Klassenstufen. Als externe Unterstützer konnten wir dabei unter anderem das Forum „Ernähren – Bewegen – Bilden“ vom Landratsamt Freiburg gewinnen, dessen Fachkräfte direkt mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten werden.
Unseren drei Sponsoren, der Firma Neoperl aus Müllheim, der Sparkasse Müllheim Markgräflerland und den Stadtwerken Müllheim Staufen danken wir sehr herzlich für ihre finanzielle Unterstützung!
Wir freuen uns darauf, diesen außergewöhnlichen Raum gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern mit Leben zu füllen!
Text: D. Schmidt, K. Lefèvre
Fotos: K. Lefèvre
Hier geht es zu einem Bericht unseres Sponsors:
